Über 600 Teilnehmer aus 23 Nationen machten sich im letzten Monat auf den Weg zur ersten Unicon in der südlichen Hemisphäre um sich in Neuseelands Hauptstadt auszutauschen, in den verschiedensten Disziplinen im Wettkampf zu messen oder einfach nur um den Sommer dort mit anderen Einradfahrern zu genießen.
Am 27. Dezember eröffnete die Anmeldung vor Ort und noch am selben Tag starteten bereits die ersten Workshops für interessierte Fahrer. Die offizielle Eröffnung der Unicon XV fand am Folgetag statt. Nach der „Parade of Nations“ aller Teilnehmer durch Wellington wurden diese traditionell von den Maori in Empfang genommen.
Das Workshop-Programm lief durchgehend parallel zu allen Wettkämpfen. Auf dem Programm standen neben einradverwandten Workshops wie „Unicycle Wharf Jumping“ und diversen Judging-Ausbildungen der IUF auch Dinge wie Massage- oder Kochworkshops.
Das Wellington nicht ohne Grund den Spitznamen „Windy Welly“ trägt sollten die Teilnehmer bereits an den ersten beiden Renntagen zu spüren bekommen. Neben den klassischen Renndisziplinen begeisterte auch die Disziplin Downhillgliding die Starter mit einem besonders schönen Gefälle, dass für hohe Geschwindigkeiten und verschmorte Schuhsolen sorgte. Ziel ist es bei dieser Disziplin eine vorgegebene Strecke bergab zu gliden, wobei die schnellste Zeit ausschlaggebend für den Sieg ist.
Die artistischen Kürwettbewerbe fanden in der TSB Bank Arena statt, welche eine Kapazität für mehrere Tausend Zuschauer bot. Während die Japanischen Küren vor allem mit ihren tänzerischen Elementen punkteten, konnten die europäischen Küren vor allem mit ihrem eher theatralischen und trickreichen Stil begeistern.

Individual Freestyle
Der 1. Platz für die beste Gruppenkür ging an das Dänische Freestyle Team. Die Gruppenkür aus Deutschland belegte in dieser Disziplin den 4. Platz.
Ebenfalls zur artistischen Kategorie zuzuordnen sind die Flatland-Wettkämpfe. Hier ging es vor allem um die Schwierigkeit und den Style der Tricks, welche die Fahrer auf einer Ebenen Fläche zeigten. Die deutsche Sophia Pellmann sicherte sich hier den Weltmeistertitel in der Wertungsklasse Female Expert.
Am 3. Januar zeigte sich Wellington mal wieder von seiner windigsten Seite und daher wurde das 10km-Rennen aufgrund heftiger Windböhen (bei denen man selbst zu Fuß schon stolperte) abgesagt und auf den folgenden Tag verlegt. Der Street-Wettkampf wurde trotz Wind planmäßig am selben Tag im Skatepark durchgeführt und begeisterte eine große Zahl an Zuschauern.
Ebenso wie der Basketball-Wettkampf wurden die Hockeyspiele in der TSB Bank Arena ausgetragen. Das Hockeyfinale wurde vom „Swiss Team“ gewonnen als dieses das deutsche Team „Deserteure“ in einem spannenden Spiel schlug.

Trial-Wettkampf
Innerhalb von nur 2 Tagen schufen zahlreiche Helfer auf einem Platz direkt an der Waterfront einen Trialpark bestehend aus 69 Lines (Line: Vorgegebener Weg über den ein Hindernis überwunden werden muss) auf Weltklasse Niveau. Das Punktesystem beim Trial ist relativ einfach. Pro gefahrener Line erhält ein Fahrer einen Punkt, Gewinner ist der/die Starter/in mit den meisten Punkten. In diesem Fall bei den Herren Maxwell Schulze aus den USA mit 66 von 69 möglichen Punkten und Galina Ryom-Røjbek aus Dänemark mit 22 Punkten bei den Damen.
Der 6. Januar war ganz den Muni-Disziplinen (Muni: Mountain Unicycling als Anlehnung zum Mountainbiken) gewidmet.
Auf einer sehr schnellen Strecke jagten die Fahrer den Mount Victoria hinab bis ins Ziel. Die 10 schnellsten Fahrer trugen anschließend einen inoffiziellen Wettkampf untereinander aus. Als Strecke wurde eine viel technischere Strecke gewählt auf der zwar Niemand ohne Abstiege blieb aber es dafür Jeder mit einem begeisterten Lächeln ins Ziel schaffte.
Der Cross Country Course war dieses Jahr vermutlich der anspruchsvollste, den es je bei einer Unicon gab. Die Starter mussten 4 Runden bewältigen – nebenstehend ist das Streckenprofil einer einzelnen Runde.
Den letzten Wettkampf der Veranstaltung bildete der Marathon, welcher selbstverständlich unter starkem Wind gefahren wurde. Bei der Abschlussfeier wurden nochmals alle Weltmeister geehrt und ausgelassen bis in die Nacht gefeiert.

Weltmeister 2010
Rekorde
In der Disziplin Hochsprung gelang es dem 18-jährigen Amerikaner Maxwell Schulze den Weltrekord von Joe Hodges um 5cm zu überbieten und sprang im Wettkampf 115cm über die Latte.
Auch im Weitsprung wurde der Weltrekord den Adrien Delecroix hielt überboten. Der dänische Jonas Jørgensen sprang mit seinem 24“ Rad 320cm weit und ist damit neuer Weltrekordhalter
Seisuke Kobayashi fuhr im Final Heat des 400m Rennens 56.39s auf 400m und brach den Weltrekord von Simon Sisnaiske.
Fotos
Auf der Website der Unicon XV wird eine Sammlung mit Gallerien angelegt:
http://www.uniconxv.co.nz/gallery/
Die Gallery-Sammlung kann gerne über die Kommentarfunktion zu diesem Beitrag erweitert werden.
Ergebnisse
Alle Ergebnisse stehen auf der Unicon XV Website zum Download bereit:
http://www.uniconxv.co.nz/results/
Informationen zur WM im Terminarchiv des EVD
http://www.einradverband.de/index.php?article_id=526